Ok, agglo.tv geht nochmals online. In die allerletzte Runde. Ich reaktiviere meinen Blog nochmals, um Stellung zu beziehen gegen den geplanten Bau der BTS/OLS quer durch den Kanton Thurgau. Es ist mir ein persönliches Anliegen, diesen - ökologisch wie finanziell - unnötigen Bau zu verhindern. Dieser Blog wird bis zur Volksabstimmung im September - eine der wichtigsten für den Kanton seit Jahren - regelmässig aktualisiert. Anschliessend ist voraussichtlich definitiv Schluss mit agglo.tv.
Nun zu meinen Beweggründen für ein Engagement gegen die BTS/OLS: Einerseits bin ich im Thurgau aufgewachsen und mit meinem Heimatort Amriswil immer noch sehr verbunden. Bereits als Kind hiess es, irgendwann soll dort auf der grünen Wiese eine Schnellstrasse/Autobahn gebaut werden. Ich war damals acht, neun oder zehn Jahre alt. Mir war der Gedanke damals schon etwas unheimlich, obwohl ich mir damals - in kindlicher Naivität - immer gewünscht hätte, dass Amriswil irgendwann eine Grossstadt werden würde.
Heute bin ich froh, dass die Oberthurgauer Gemeinde keine Grossstadt ist, auch wenn - um neue Steuereinnahmen zu generieren - immer noch rege gebaut wird. Wenn ich Stadtleben will, das ich sehr gerne habe, dann gehe ich nach Zürich, Berlin oder New York. Ich mag diesen überschaubaren und beschaulichen Ort, diese knapp 12'000-Einwohner Gemeinde.
Ich mag den Thurgau, gerade weil er noch ziemlich unverbaut ist und eine in der Schweiz einmalige Landschaft bietet. Eine Landschaft, die nicht nur ein einmaliger Erholungsraum ist, sondern das eigentliche Kapital des Kantons ist.
Die 32,7 Kilometer lange Strasse - hauptsächlich durch unbebautes grünes Agrarland - würde dem Thurgau sein einmaliges grünes Gesicht entstellen. Es würde das Gesicht unnötig vernarben. Es wären bleibende Narben, die uns und künftigen Generationen die Lebensqualität rauben würde.
Der Thurgau und mit ihm die die gesamte Schweiz, mussten während der letzten Jahrzehnte unter dem Mantel des wirtschaftlichen Fortschritts und dem Irrglauben ohne Strassen von der Welt abgeschnitten zu sein, schon manche unnötigen Narben verkraften. Machen wir die Fehler des 20. Jahrhundrts nicht auch im 21. Jahrhundert. Stimmen wir nein zur BTS/OLS. Nein, weil uns unsere Zukunft wichtig ist.
02-08-10
«A nach B»: Frauenfeld – Amriswil – Romanshorn – Friedrichshafen
Tag 6/7, 31. Juli und 1. August 2010 (Wochenend-Zusammenfassung)
Der Samstag war ein «Day-Off». Keine Interviews und keine nennenswerte Treffen. Dafür bot mir die Wanderung von Frauenfeld Richtung Weinfelden die Gelegenheit, das Projekt «A nach B»: etwas weiter zu spinnen. Romanshorns sollte nicht Endstation werden, nein, finale Destination sollte Friedrichshafen in Deutschland sein. Der 1. August schien mir sogar sehr passend als Aufhänger für einen Perspektivenwechsel zum Abschluss der Reise von der Aare an den Bodensee.
Also zog ich mit einem Freund am Sonntagmittag los Richtung Autofähre. In Friedrichshafen erzählen mir Deutsche, Amerikaner und Niederländer ihre Sicht der Schweiz. Einige loben die Neutralität sowie den europapolitischen Alleingang der Schweiz. Die Schweiz wird zwar von einigen nicht gekannt, aber beneidet. Die Deutschen (Anm. Regierung) würden sich überall einmischen, die Schweizer dagegen nicht, sagte mit ein Passant. Die meisten der Gesprochenen sind auch überzeugt, dass der Bodenseeraum (Deutschland, Österreich und die Schweiz) als einheitlicher Politik- und Kulturraum verstanden wird und die Menschen darin eine Einheit bilden. Statements könnten eventuell am Beginn des Films eingesetzte werden.
Während der letzten sieben Tage habe ich rund fünf Stunden Interviews, Begegnungen, Gespräche, Umfragen und urbane Landschaften aufgezeichnet. Das ist aber zu wenig Rohmaterial für einen 50 bis 70-minütigen Film: eine einzige Reise, macht noch keinen ganzen Film. Das Projekt «A nach B»: werde ich weiterziehen und mit weiteren Reisen und Studien durch den Schweizer Agglo-Raum vertiefen. Spannende Menschen, die ich während der Woche getroffen habe, muss ich nochmals treffen, in einer anderen Situation, in einer anderen Verfassung. Und; vom urbanen Raum auch in den persönlichen und sozialen Raum der Menschen stärker einblicken.
Die gesamte Reise "A nach B" auf agglo.tv
Der Samstag war ein «Day-Off». Keine Interviews und keine nennenswerte Treffen. Dafür bot mir die Wanderung von Frauenfeld Richtung Weinfelden die Gelegenheit, das Projekt «A nach B»: etwas weiter zu spinnen. Romanshorns sollte nicht Endstation werden, nein, finale Destination sollte Friedrichshafen in Deutschland sein. Der 1. August schien mir sogar sehr passend als Aufhänger für einen Perspektivenwechsel zum Abschluss der Reise von der Aare an den Bodensee.
Also zog ich mit einem Freund am Sonntagmittag los Richtung Autofähre. In Friedrichshafen erzählen mir Deutsche, Amerikaner und Niederländer ihre Sicht der Schweiz. Einige loben die Neutralität sowie den europapolitischen Alleingang der Schweiz. Die Schweiz wird zwar von einigen nicht gekannt, aber beneidet. Die Deutschen (Anm. Regierung) würden sich überall einmischen, die Schweizer dagegen nicht, sagte mit ein Passant. Die meisten der Gesprochenen sind auch überzeugt, dass der Bodenseeraum (Deutschland, Österreich und die Schweiz) als einheitlicher Politik- und Kulturraum verstanden wird und die Menschen darin eine Einheit bilden. Statements könnten eventuell am Beginn des Films eingesetzte werden.
Während der letzten sieben Tage habe ich rund fünf Stunden Interviews, Begegnungen, Gespräche, Umfragen und urbane Landschaften aufgezeichnet. Das ist aber zu wenig Rohmaterial für einen 50 bis 70-minütigen Film: eine einzige Reise, macht noch keinen ganzen Film. Das Projekt «A nach B»: werde ich weiterziehen und mit weiteren Reisen und Studien durch den Schweizer Agglo-Raum vertiefen. Spannende Menschen, die ich während der Woche getroffen habe, muss ich nochmals treffen, in einer anderen Situation, in einer anderen Verfassung. Und; vom urbanen Raum auch in den persönlichen und sozialen Raum der Menschen stärker einblicken.
Die gesamte Reise "A nach B" auf agglo.tv
31-07-10
durch den periurbanen Thurgau!
«A nach B»: Winterthur - Pfyn - Frauenfeld
Tag 5, 30. Juli 2010
Nach dem Kaffee verlasse ich Lisa, Jonas und Robin in Winterthur Richtung Osten, Richtung Pfyn. Mit dem Zug fahre ich zuerst in die Thurgauer Kantonshauptstadt Frauenfeld. Von Frauenfeld aus wandere ich bei perfektem Wetter in das historische Pfahlbauer-Dorf. Sehr schöne Gegend, sehr schönes Naturgebiet. Der Wasserstand der Thur ist hoch, eine reissende, braune Suppe schwimmt unter dem Steg, den ich überquere, hindurch. Es ist seit Beginn der Reise am Montag in Bern das erste Mal, dass ich für länger als eine Stunde in der Natur bin. In Pfyn merke ich, jetzt ändert auch die Sprache. Der Dialekt erfährt hier einen spürbaren Bruch, von Züri-Düütsch zu Ostschweizerdeutsch. Im Restaurant liegt die Thurgauer Zeitung auf. Von hier aus, ist es nicht mehr weit bis zum Bodensee (Romanshorn), wo ich am Sonntag eintreffen werde.
In Pfyn treffe ich das Künstlerduo Alex und Reto von zeitgarten.ch und museumpfyn.ch. Die beiden beschäftigen sich mit Kunst im Kontext von Geschichte. Hauptsächlich der Geschichte Pfyns. Losgelöst von einer wissenschaftlich-historischen Methode, integrieren sie auf spielerische Art und Weise die Einwohner von Pfyn in ihre Projekte. Die beiden tragen aus der Bevölkerung beispielsweise alte Bilder, Gegenstände oder Geschichten zusammen. Diese werden neu kombiniert und dementsprechend neu interpretiert. Wie Jäger und Sammler in prähistorischer Zeit, kollektivieren die Beiden die Puzzelteile der Pfyner Geschichte und setzen sie zu einem neuen Bild zusammen.
Meine Visite bei Alex und Reto ist nachmittagsfüllend. Am späteren Nachmittag gehen wir nach Frauenfed ins Eisenwerk. Im Kulturpark treffen wir Rahel Müller. Sie arbeitet dort an ihrer nächsten Ausstellung, die im September beginnt. Ich mache mit Rahel ein fast halbstündiges Gespräch über ihre Arbeit „reflecting“.
Am späteren Abend kommt es zu einer Hammerbegegnung. Ich lerne meinen Namensvetter, den St. Galler Künstler David Bürkler, kennen. Der bald 75-jährige erzählt mir praktisch seine gesamte Lebens- uns Kunstgeschichte. Gehe ihn bald mal in St. Gallen in seinem Atelier besuchen.
Übernachten auf Samstag kann ich bei Paddy und Marcelle, guten Freunde von mir in Frauenfeld.
Jetzt geht es weiter zur letzten Station, eventuell wie geplant nach Bürglen, sonst halt irgendwo im Thurgau. Der Bodensee ist das Ziel.
Die gesamte Reise "A nach B" auf agglo.tv
Nach dem Kaffee verlasse ich Lisa, Jonas und Robin in Winterthur Richtung Osten, Richtung Pfyn. Mit dem Zug fahre ich zuerst in die Thurgauer Kantonshauptstadt Frauenfeld. Von Frauenfeld aus wandere ich bei perfektem Wetter in das historische Pfahlbauer-Dorf. Sehr schöne Gegend, sehr schönes Naturgebiet. Der Wasserstand der Thur ist hoch, eine reissende, braune Suppe schwimmt unter dem Steg, den ich überquere, hindurch. Es ist seit Beginn der Reise am Montag in Bern das erste Mal, dass ich für länger als eine Stunde in der Natur bin. In Pfyn merke ich, jetzt ändert auch die Sprache. Der Dialekt erfährt hier einen spürbaren Bruch, von Züri-Düütsch zu Ostschweizerdeutsch. Im Restaurant liegt die Thurgauer Zeitung auf. Von hier aus, ist es nicht mehr weit bis zum Bodensee (Romanshorn), wo ich am Sonntag eintreffen werde.
In Pfyn treffe ich das Künstlerduo Alex und Reto von zeitgarten.ch und museumpfyn.ch. Die beiden beschäftigen sich mit Kunst im Kontext von Geschichte. Hauptsächlich der Geschichte Pfyns. Losgelöst von einer wissenschaftlich-historischen Methode, integrieren sie auf spielerische Art und Weise die Einwohner von Pfyn in ihre Projekte. Die beiden tragen aus der Bevölkerung beispielsweise alte Bilder, Gegenstände oder Geschichten zusammen. Diese werden neu kombiniert und dementsprechend neu interpretiert. Wie Jäger und Sammler in prähistorischer Zeit, kollektivieren die Beiden die Puzzelteile der Pfyner Geschichte und setzen sie zu einem neuen Bild zusammen.
Meine Visite bei Alex und Reto ist nachmittagsfüllend. Am späteren Nachmittag gehen wir nach Frauenfed ins Eisenwerk. Im Kulturpark treffen wir Rahel Müller. Sie arbeitet dort an ihrer nächsten Ausstellung, die im September beginnt. Ich mache mit Rahel ein fast halbstündiges Gespräch über ihre Arbeit „reflecting“.
Am späteren Abend kommt es zu einer Hammerbegegnung. Ich lerne meinen Namensvetter, den St. Galler Künstler David Bürkler, kennen. Der bald 75-jährige erzählt mir praktisch seine gesamte Lebens- uns Kunstgeschichte. Gehe ihn bald mal in St. Gallen in seinem Atelier besuchen.
Übernachten auf Samstag kann ich bei Paddy und Marcelle, guten Freunde von mir in Frauenfeld.
Jetzt geht es weiter zur letzten Station, eventuell wie geplant nach Bürglen, sonst halt irgendwo im Thurgau. Der Bodensee ist das Ziel.
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Kommentare
Mi, 16.12.2009 21:13
natürlich in die andere richtu ng (würde ich mal sagen). lie be grüsse und vielleicht treff en wir uns bald mal wied [...]
Fr, 06.11.2009 22:09
Zu den Themen Zersiedelung und Überfremdung ein Hinweis auf eine aktuelle Debatte: "Die Gr enzen des Wachstums lass [...]
Sa, 31.10.2009 11:08
Dieses Thema wird die ganze Be völkerung ansprechen,die Polit ik hat versagt. Frau Bundesrät in E.Schlumpf-Widmer ist [...]
So, 05.07.2009 08:53
Weniger Energieverbrauch? Das ist physikalisch unmöglich. Da dieser Zug wesentlich schnell er fährt ist der Energie [...]
Fr, 03.07.2009 23:30
Diese Idee ist einfach SUPER!! !